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Das Coronavirus und seine Folgen: Mitmenschen ohne Mitmenschlichkeit

Geschrieben von Super User
Zugriffe: 207

Krisen rufen Gauner und geldgierige Idioten auf den Plan. Solidarität und Empathie dürfen aber nicht verloren gehen, meint Thomas Schmoll.

Der "Spiegel" hatte neulich eine Überschrift, die eine der übelsten Begleiterscheinungen der Coronavirus-Krise perfekt auf den Punkt brachte: "Angst essen Mitgefühl auf." Im Text darunter ging es um Einwohner eines ukrainischen Dorfes, die Landsleute, die eben aus China heimgekehrt waren und in dem Ort in Quarantäne sollten, nicht mit Worten der Anteilnahme begrüßten, sondern mit Beschimpfungen und Steinwürfen. Statt den Leidtragenden eines öden Zufalls, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein, Hilfsbereitschaft zu zeigen, brüllten ihnen die Wütenden entgegen: Haut ab!

"Angst essen Mitgefühl auf" hätte aber auch über zahlreichen anderen Berichten zum Coronavirus stehen können, die zeigen, wie schnell Menschen überall in der hochzivilisierten Welt – die Ukraine gehört ja nicht zu Mordor – zu schlimmen Egomanen werden (können). Manche denken sogar beim Geschäft nur an sich – und hamstern Klopapier. Das wohl verrückteste Beispiel für hysterische Dummheit waren die Frauen in einem australischen Supermarkt, die sich im Streit um die begehrten Rollen anbrüllten, ohne zu bedenken, dass das geifernde Gegenüber DAS Virus in sich tragen könnte. Toilettenpapier gewonnen, aber die Gesundheit verloren – ein tragikomischer Gedanke. Finden Sie nicht auch?

leere regale schwerin 

Übersteigerte Angst kitzelt das Böse heraus

Gesunde Angst vor dem Unbekannten oder drohendem Ungemach ist eine gute Sache. Sie ist ein gesunder Reflex, der uns Menschen seit Jahrhunderten das Überleben sichert. Bei Gefahr nehmen wir etwa den Fuß vom Gas oder die Beine in die Hand. Hätten unsere Vorfahren vor Zehntausenden Jahren nicht aus Furcht, verspeist zu werden, vor dem Säbelzahntiger Reißaus genommen, wären wir und nicht die Raubkatze ausgestorben. Übersteigerte oder irrationale Angst kann einem aber auch Freude am Leben nehmen – so man sie jemals hatte – oder gar das Schlechte, wenn nicht Böse, aus Menschen herauskitzeln.

Kriminelle und skrupellose Geschäftsleute sind gerne zur Stelle, wenn es darum geht, die Angst ihrer Mitmenschen fürs eigene Wohlergehen auszunutzen. Sie klauen – wie an der Berliner Charité geschehen – ganze Lastwagenladungen voller Mundschutzmasken, die nicht für den Online-Verkauf an panische Erdenbürger bestimmt waren, sondern Pfleger, Ärzte, Patienten und Klinikbesucher vor Ansteckung mit was auch immer schützen sollten. Da können Experten zigmal sagen, dass die Teile nur marginal das Coronavirus davon abhalten, einen menschlichen Körper zu behelligen – es ist egal. Her damit, was immer es kostet!

OP-Zubehör wird mit Heroin verglichen

Kürzlich berichtete bento.de, das Jugendportal des "Spiegel", über einen gewissen Timo, der billig eingekaufte Mundschutzmasken aus China hierzulande für ein Heidengeld vertickt. Es hätte mit "Gier isst Mitgefühl auf" betitelt werden können, hieß aber: "Wie ein 24-Jähriger mit Mundschutzmasken Millionen Umsatz machte." Der Jüngling wird darin wie folgt zitiert: "Das ist wie Drogenhandel. Ich weiß nicht, wie die Margen im Drogenhandel sind, aber so stell ich es mir vor." Ein geldgeiler Knabe vergleicht OP-Zubehör mit Heroin und Crystal Meth und fühlt sich auch noch gut dabei. Wäre man ein Barbar, müsste man diesem Idioten die Pest an den Hals wünschen.

Bestimmt nicht nur der Autor dieser Zeilen hier, sondern so gut wie jeder Leser wird sich in den vergangenen Tagen (mal wieder) gefragt haben: Wie bekloppt sind wir Menschen eigentlich? Lernen wir niemals dazu? Wohl eher nicht. Gerade jetzt stehen die Chancen ziemlich schlecht für nachhaltige Besserung, erleben wir doch das Zeitalter der Narzissten. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Die Polarisierung grassiert wie ein Virus. Manchmal scheint es, dass die Gräben sich nicht schließen, sondern weiter aufreißen oder sich neue öffnen.

Die Gräben zwischen Jung und Alt öffnen sich

In Italien wird das gerade sichtbar zwischen Alt und Jung. Eine 82-Jährige beschwerte sich in einem Brief an die Zeitung "Corriere della sera" darüber, dass in den Nachrichten ständig betont wird, dieses oder jenes Todesopfer sei alt gewesen und habe Vorerkrankungen gehabt. "Da könnte man genauso schreiben: Bleibt ganz ruhig, denn euch andere wird das Virus schon nicht töten." Mit "euch andere" meinte sie alle, die nicht zu den Alten zählen. Die ehrwürdige Dame betonte: "Ich schreibe Ihnen, weil ich verbittert bin. Wann meine Stunde gekommen ist, wird der liebe Gott entscheiden, aber ich hoffe, die Medien zeigen in Zukunft mehr Sensibilität."

Das ist nachvollziehbar, aber eben auch nur eine Sichtweise, die zeigt, wie schwierig es in Zeiten einer solchen Krise ist, das richtige Maß zu finden. Die Kritik der Frau, über deren Berechtigung man streiten kann, enthält einen Vorwurf an Fernsehen, Zeitungen und Radio, die ja auch hierzulande bevorzugte Zielscheibe von Verbitterten, Enttäuschten und Wutbürgern sind. Was wäre denn, wenn die Medien das Alter und die Vorerkrankungen wegließen? Das würde zu Verunsicherung und Spekulationen führen, die niemand braucht. Sofort würde es in sozialen Medien heißen: Die verschweigen uns was!

Was immer die Politik und die Behörden tun – es ist angreifbar. Man kann gar nicht alles richtig machen in solch einer Krisensituation. Außerdem wissen wir doch alle: Einen Tod müssen wir sterben.
– Quelle: https://www.svz.de/27687617 ©2020

Kommentare   

#1 _urbi_ 2020-03-15 11:28
Freunde meinen, das wir ein richtiges Kackland geworden sind. Das sieht man jeden Tag: auf den Straßen, in den Medien, im Internet, auf Demonstrationen, in der Kaufhalle ....
Ich meine: wir leben im Kapitalismus! Ob nun demokratisch oder sozial, es bleibt KAPITALISMUS!

PUNKT.

PS
Die GELDGIERIGEN IDIOTEN werden nicht nur in Krisenzeiten auf den Plan gerufen. Und das wird uns irgend wann das Genick brechen!

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