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Darf man noch alles sagen?

Geschrieben von Super User
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Eine ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin sieht Deutschland auf dem Weg in eine Gesinnungsdiktatur – Chefredakteur der SVZ widerspricht

 
„Wir sind wieder in einem Denunziantenstadl“

Besonders im Internet würden Menschen für kritische Kommentare denunziert und die Postings gelöscht bzw. erst gar nicht zugelassen. Die Löschung werde häufig von anonym agierenden Personen veranlasst. „Wir sind wieder in einem Denunziantenstadl“, findet die ehemalige Bundestagsabegordnete.

die FlascheVera Lengsfeld vs Michael SeidelLengsfeld spricht damit die seit Januar 2018 geltenden Regeln aus dem nicht unumstrittenen und auch von Journalistenverbänden kritisierten Netzwerkdurchsetzungsgesetz an, dass die großen sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Youtube in Deutschland zum schnellen Löschen von offensichtlich rechtswidrigen Inhalten verpflichtet. Aber wird dadurch tatsächlich die Meinungsfreiheit eingeschränkt und der Weg in eine Gesinnungsdiktatur geebnet?
„Man kann heute alles sagen, was man denkt“

Chefredakteur Michael Seidel widerspricht den Aussagen der DDR-Bürgerrechtlerin. „Man kann heute alles sagen, was man denkt“, betont Seidel. Zu einem offenen Diskurs gehöre aber auch Kritik dazu. „Aber auch das Recht auf freie Meinungsäußerung hat Schranken“, betont der Journalist. Äußerungen dürften nicht die Menschenwürde anderer verletzen. „Wenn Menschen zum Abschuss freigegeben werden, ist eine Grenze erreicht“, erklärt Seidel. Insbesondere in den sozialen Netzwerken sei ein Punkt erreicht worden, wo dem hemmungslosen Geposte etwas entgegengesetzt werden musste.

Vera Lengsfeld ist heute als Publizistin tätig. Sie schreibt für rechtskonservative Medien wie die Junge Freiheit oder den politischen Blog Achse des Guten. Da überrascht es wenig, dass sie für ihre Ausführungen vom überwiegend aus AfD-Anhängern bestehenden Publikum mit Applaus belohnt wird - auch wenn die vorgetragenen vermeintlichen Fakten zur Arbeit der Medien nicht immer ganz stimmen. So beklagt Lengsfeld etwa, dass die Tagesschau über den Mord an einem kleinen Jungen am Frankfurter Bahnhof nur 11 Sekunden lang berichtet habe. „Die Maßstäbe seien verrutscht“, findet sie.
Länger berichtet als suggeriert

Über das schreckliche Ereignis am 29. Juli, bei dem ein Mann aus Eritrea einen Achtjährigen und seine Mutter vor einen Zug stieß, wurde aber viel ausführlicher berichtet als Lengsfeld suggeriert. Das belegt ein Faktencheck der Nachrichtenagentur DPA: Demnach war der Beitrag in den 20-Uhr-Hauptnachrichten der Tagesschau 37 Sekunden lang. Zudem hatte die Tagesschau um 14 Uhr gleich am Anfang der Sendung ausführlich über den Vorfall berichtet (1:34 min). Auch in späteren Ausgaben wurde jedes Mal über den Mord berichtet - dabei wurde auch die Herkunft des mutmaßlichen Täters genannt.

Einen schönen Beleg, dass man seine Meinung frei und öffentlich äußern kann, liefert eine Besucherin. Die Dame beklagt sich über eine vermeintliche Umvolkung im Land. Das dürfe man aber nicht sagen, dann bekäme man Handschellen angelegt, warnt sie. Die beiden für die Veranstaltung im Schlosscafé abgestellten Polizisten ließen die Frau gänzlich ungehindert passieren.
– Quelle: https://www.svz.de/25325062 ©2019

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